Bei den Paperless Pioneers bin ich schon seit einiger Zeit Gastleser. Das Interessensgebiet ist meinem sehr ähnlich, ich möchte fast schreiben identisch. Ich, als VITAMINP, und die Paperless Pioneers beschäftigen uns mit der Frage, wie schaffen wir mehr in kürzerer Zeit. Oder anderes formuliert, wie bekomme ich meine Aufgaben effizienter erledigt, so dass ich mehr Zeit für mich und dabei ein positives Gefühl habe.

Auf digitaler Welle

Als Paperless Pioneer ist man, per Definition, gleichzeitig Verfechter der Digitalisierung, insbesondere der Arbeitsprozesse und der Bürotools. Auf dieser Welle schwinge ich generell mit. Nur liebe ich auch das gute alte Papier. Ja, mein Schreibtisch ist meist aufgeräumt und ordentlich. Meine Arbeitsdokumente habe ich alle digital und die Projektdokumentation ist zu 100% in einem Wiki abgelegt. Aber es gibt doch immer wieder Situationen, bei denen ich um Papier nicht herum komme. Einen Grund dafür will ich Dir heute in meinem Gastbeitrag bei Paperless Pioneers erzählen.

Starte Dein kreatives Notizen Experiment

Stell Dir vor, Du sitzt an Deinem Schreibtisch und machst Dir Gedanken über Dein nächstes großes Projekt. Du öffnest die Evernote App, Pages oder einen anderen Texteditor und schreibst Deine Gedanken runter. Die Gedanken fließen von Deinem Gehirn, über Deine Arme, via Fingergeklimper auf der Tastatur in den Editor. Du schreibst und schreibst… Das funktioniert erstmal ganz gut. Pling – Sie haben eine E-Mail mit einem super Angebot. Ah, schnell mal die Inbox checken. Pling – Dein Freund Andreas nimmt heute Abend an der Veranstaltung in Deiner Nähe teil. Schnell mal Facebook checken… Neben all den „digitalen“ Ablenkungen, die man übrigens auch deaktivieren kann, empfinde ich das Schreiben auf einer Tastatur als wenig kreativ. Allein die digitale Form, schränkt meine Kreativität enorm ein. Hier habe ich eine Lösung für Dich – Kreative Notizen. Ganz einfach und oldschool auf Papier.

Einen Rahmen schaffen

Und los gehts. Schnapp Dir ein DinA4 Papier und einen gut lesbaren Stift. Solltest Du mit dem Zeichnen von Linien noch nicht so affine sein, empfiehlt sich ein kariertes Blatt. Bevor wir mit den Inhalten anfangen, bietet sich die folgenden Blattaufteilung an:

• Ziehe als erstes eine gerade ,horizontal durchgezogene Linie ca. 3-4 cm unterhalb des Blattanfangs

• Ziehe eine zweite horizontale, durchgezogene Linie ca. 5-6 cm oberhalb des Blattendes.

• Verbinde nun diese zwei Linien mit einer vertikalen Linie, ca. 5-6 cm vom linken Rand

• Voila, Dein erstes Template (auf Basis der Cornell Methode) für kreative Notizen ist fertig!

Auf Deinem Blatt befinden sich jetzt folgende Bereiche:

• Oben: Headline // Deine Überschrift, Titel und Datum

• Links: Highlights // Deine Kernaussage und Ideen. Plus Skizzen und z.B. Zitate

• Rechts: Content // Der Hauptteil der Notizen

• Unten: Fazit // Deine Zusammenfassung in Kürze

Auf die Inhalte kommt es an

Los gehts mit der Headline. Schreibe in das obere Feld den Titel der Notizen. Für mich ist zusätzlich das Datum wichtig. So weiß ich auch noch in 6 Monaten, wann ich die Notiz erstellt habe. Der Titel/die Überschrift sollte kurz und aussagekräftig sein. Hier liegt oft schon die erste Herausforderung. Die Überschrift hilft Dir, fokussiert die weitere Notiz zu erfassen.

Jetzt kommt der Hauptteil. In den rechten großen Bereich kommen die eigentlichen Notizen. Hier kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Du kannst eine einfache Aufzählung mit beginnenden Bullets starten oder eine Aufzählung 1), 2),… erstellen. Auch hier gilt, schreibe so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Bei gedanklich kontextuellen Sprüngen, würde ich den Abschnittwechsel kenntlich machen. Dies kannst Du z.B. mit einer Linie oder einem anderen visuellen “Seperator”.

Noch ein paar Tipps für Deine Notizen: Fokussiere Dich auf die wesentlichen Inhalte und schreibe keine Passagen einfach ab. Schreibe die Notizen in Deinen Worten. So versteht Du Deinen Text auch noch 12 Monate später.

Die Highlights erhalten links ihren Platz. Beim Notieren fallen Dir vereinzelt wichtige Punkte, Bilder oder wichtige Zitate ein. Diese kannst Du in der linken ,langen Spalte hervorheben. Ich persönlich bevorzuge die Kombination von Wörtern und Icons/Symbolen. Z.B. könntest Du, wenn Du Notizen zu Ernährung machst, links einen Apfel zeichnen und “Denke an Vitamine” darunter schreiben. So kannst Du mit einfachen grafischen Mitteln und wenig Wörtern auf essentielle Inhalte fokussieren.

Das Fazit kommt am Schluss. Die untere Spalte ist für Deine Schlussfolgerung oder die nächsten Schritte gedacht. Hier kannst Du z.B. die 3 wichtigsten Punkte des Blattes aufzählen oder eine kleine Mindmap mit den dir wichtigsten Themen erstellen. Sollten sich Deine Notizen über mehrere Blätter erstrecken, ist dieser Platz sehr hilfreich, eine Art “Abstract “der jeweiligen Seite zu erstellen. Auch hier kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Ob digital oder analog – Hauptsache kreativ

Was spannend wäre ist, Dir das Template auf Deinem iPad oder ähnlichem Tablet digital vorzubereiten. Als Paperless Pioneer, wäre dies ein Win-Win für Deine visuelle Kreativität, als auch Deine digitalen Anspruch. Ich würde mich freuen, wenn Du mir einen Screenshot Deines Templates zuschickst und mir schreibst, wie Du das Vorgehen fandest 😉

Yeah… Deine erste kreative Notiz ist fertig. Wie fühlt es sich an? Bist Du immer noch ein Freund von der guten alten “endlos” Liste in Word oder einem anderen Editor? Ich denke, es ist wie so oft – It depends! Wenn Du z.B. eine Einkaufsliste machen willst, würde ich mit dieser Methode nicht starten. Aber wenn Du einmal kreativ Notizen für ein neues Thema machen möchtest und nicht genau weißt wie Du es anstellen sollst, empfehle ich die kreative Notiz.

Christopher Henke

Christopher Henke

Blogger & Produktivitäts Verfechter bei VITAMINP
Ich bin Christopher Henke, Produktivitäts Verfechter, Vater, Blogger, Product Owner, Projektmanager, Sketchnote Zeichner, Blitzdesigner, Kaffee Genießer und Spielzeug Reparierer. #authentisch, #produktiv und #kreativ. Mit diesen drei Hashtags würde ich mich in aller Kürze beschreiben.

Den Produktivitäts-Blog VITAMINP.info. habe ich gestartet, da es mir schon in den Fingern kribbelt, wenn ein Meeting keine Agenda hat. Nichts ärgert mich mehr, als sinnlos Zeit zu verschwenden. So bin ich ständig auf der Suche nach pragmatischen Lösungen, um Produktivität zu steigern. Meine Erkenntnisse teile ich mit Dir auf VITAMINP.info.

Kreative Grüße
Christopher
Christopher Henke

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